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Was tun gegen Sucht? - 7 Tipps zur Suchtprävention

In der Suchtprävention geht es nicht in erster Linie um die Bekämpfung von Drogen, sondern um die Verhinderung von Suchtentstehung. Die beste Methode ist die Vorsorge, die Prävention (Vorbeugung). Wenn behandelt werden muss, ist die Abhängigkeit schon eingetreten.

Ein Patentrezept gegen Sucht gibt es nicht. Jedoch soll anhand der 7 Regeln aufgezeigt werden, wie man ein Kind besser vor der Entstehung von Sucht schützen kann. So verschieden wie Kinder sind, so verschieden sind auch die einzelnen Erziehungsstile der Eltern. Einen Erziehungsstil kann man niemanden vorschreiben. Eine vernünftige Erziehung versucht sich auf die Bedürfnisse und die besondere Persönlichkeit des Kindes einzustellen und zu fördern.




Kinder brauchen seelische Sicherheit

Diese Regel ist die wichtigste Grundvoraussetzung für eine gesunde seelische Entwicklung Ihres Kindes. Das bedeutet konkret, dass sie sich der Liebe und der Zuneigung ihrer Eltern und der ihnen nahestehenden Erwachsenen sicher sein wollen. Dabei genügt es nicht nur, dass man sein Kind liebt, sondern man muss ihm die Liebe auch zeigen. Und zwar so, dass das Kind sie auch tatsächlich spürt.

Kinder haben ihre eigene Art, mit Gefühlen umzugehen. Sie leben Ihre Emotionen meistens direkter und heftiger als Erwachsene aus. Nicht immer bringt man dafür die nötige Geduld und Nachsicht auf, fühlt sich auch oftmals einfach überfordert. Perfekte Eltern gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Solange Streit und Krach zwischen Eltern und Kindern nicht zum Dauerzustand werden, ist alles halb so schlimm.

Entscheidend ist allerdings immer: Wenn ihr Kind in ihre Arme will, sollten Sie es niemals zurückweisen; besonders nach einem Streit. Sie sollten versöhnungsbereit sein und einlenken. Selbst, wenn Sie davon überzeugt sind, im Recht zu sein. Für ein Kind gibt es keine schlimmere Strafe, als von seinen Eltern zurückgewiesen zu werden. Kinder brauchen den direkten Hautkontakt, sie wollen mit ihren Eltern schmusen und in den Arm genommen werden.

Seelische Sicherheit heißt also:

"Auch wenn ich im Stress bin, im Augenblick keine Zeit für Dich habe oder wir uns sogar streiten - Du kannst trotzdem immer sicher sein, dass ich Dich liebhabe - ich liebe Dich, so wie du bist."

Kinder brauchen dieses absolute Grundvertrauen zu anderen Menschen, um Vertrauen zu sich selbst entwickeln zu können. Selbstbewußte Kinder, die gelernt haben, auch Zuflucht bei anderen Menschen (insbesondere Mutter bzw. Vater) zu finden, sind im späteren Leben nicht so anfällig für die Suchtgefahren.

Kinder brauchen Anerkennung und Bestätigung

Kinder brauchen Lob. Dabei sollten wir Erwachsene nicht nur die Leistung der Kinder loben, sondern auch ihre Bemühungen. Wir neigen häufig dazu, unsere Kinder schon früh mit Leistungsgedanken und Leistungsdruck zu überfordern. Wir vergleichen den Entwicklungsgang unserer Kinder mit andern und wenden bestimmte Standards auf sie an. Jedoch benötigen Kinder unbedingt die Grunderfahrung, dass Eltern ihren Kindern etwas zutrauen und ihre Persönlichkeit von den Eltern vorbehaltslos anerkannt wird.


Kinder brauchen Freiraum und Beständigkeit

Kinder müssen ihre eigenen Erfahrungen machen. Dies ist sehr schwer umzusetzen, denn ist es wirklich notwendig, dass das Kind vom höchsten Klettergerüst fällt?

Jedoch bedeutet Freiraum in erster Linie Platz für eigenes Erleben, selbstständiges Forschen, Spielen, Rennen, Bewegen. In diesem Rahmen können Kinder ihre eigenen Realität lernen zu begreifen und auch ihre ersten Erfolgserlebnisse zu haben. Diese kann ihnen niemand abnehmen, die Eltern nicht und auch das Fernsehen nicht.

Wichtig ist aber auch, dem Kind Grenzen zu setzen. Kinder wollen dies, auch wenn sie bei der konsequenten Umsetzung mit Konflikten rechnen müssen. Allerdings sollten diese Grenzen den Kindern Halt geben und sie nicht einengen. Wichtig ist aber auch Beständigkeit, gemeinsame Erlebnisse, gemeinsames Essen besonders in der Familie.

Kinder brauchen realistische Vorbilder

Kinder orientieren sich in ihrem Fühlen und Denken an Erwachsenen, sie bewundern sie und wollen ebenso sein wie sie. Eltern sind die prägenden Vorbilder. Kinder können sehr genau unterscheiden, was Eltern so alles erzählen und wie sie sich in Wirklichkeit verhalten. Dies erkennen Kinder auch im Umgang mit unseren eigenen Süchten. Wir sagen den Kinder, dass Alkohol und Zigaretten ungesund sind, und trinken und rauchen jedoch bei jeder Gelegenheit. Wohl nirgendwo ist der Widerspruch so groß, wie bei unseren guten Worten und Taten in Bezug auf unsere eigenen Süchte.

Wie sollen wir nun damit umgehen?

Es hilft nur Ehrlichkeit. Es ist besser dem Kind zu erklären, dass Rauchen und Alkohol ungesund sind, als dies vor dem Kind zu verheimlichen. Es hilft das Eingeständnis, dass man selbst kleine Fehler und Schwächen hat, denn dies wird das Kind verstehen können. Kinder brauchen Vorbilder, und die sollten realistisch sein. Dazu gehört auch, seinem Kind zu erklären, dass wir selbst nicht perfekt sind und Schwächen haben.

Kinder brauchen Bewegung und richtige Ernährung

Kinder wollen toben, sich bewegen, Spaß haben an der körperlichen Anstrengung. Doch dazu brauchen sie ausreichend Platz. Jedoch sind die meisten Wohnungen zu klein, die Straße dafür zu gefährlich, und die Spielplätze dafür nicht geeignet.

Jedoch müssen Kinder die Erfahrung machen, dass körperliches Wohlgefühl und seelische Zufriedenheit miteinander zusammenhängen. Ebenso wichtig ist eine ausreichende gesunde Ernährung. Mittlerweile leben ganze Industriezweige von Lebens- und Genussmitteln, die speziell für Kinder produziert werden. Die Werbung verspricht Gesundheits- und Leistungssteigerung.

Besonders im Umgang mit Süßigkeiten ist es wichtig, dass Eltern und Erziehungsberechtigte auf einen verantwortungsvollen Umgang achten. Es ist falsch, Kindern Süßes zu geben, wenn sie beruhigt oder getröstet werden wollen. Und es ist ebenso unverantwortlich, Süßigkeiten anstelle von emotionaler Zuwendung zu geben.

Die Parallelen zum Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch liegen auf der Hand: Sucht beginnt da, wo ein Mittel anstelle eines vertrauten Menschen dazu benutzt wird, über ein Stimmungstief hinwegzuhelfen.

Kinder brauchen Freunde und eine verständnisvolle Umwelt

Kinder leben heute unter anderen Bedingungen, als Kinder vor 20 oder 30 Jahren. Durch den Schwund der Großfamilien werden Familien heute immer kleiner. Häufig sind beide Eltern berufstätig, so dass andere Erziehungseinrichtungen wie Kindergärten oder Kindertagesstätten immer wichtiger werden.

Kinder brauchen Träume und Lebensziele

Der langfristig beste Schutz gegen Sucht sind seelisch ausgeglichene, selbstbewußte und ich-starke Kinder, die sich zu selbstständigen, realitätstüchtigen und kritikfähigen Erwachsenen entwickeln.

Dazu ist Erziehung wichtig. Wir müssen darauf achten, unseren Kindern in den Familien ein offenes Klima zu geben, eine Atmosphäre, in denen partnerschaftlich miteinander umgegangen wird, wir ein deutliches "Ja" und ein deutliches "Nein" aussprechen. Dies ist auch des Freizeitbereich zu beachten und umzusetzen.

 

 

 

 

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