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Über Drogen reden!

Schweigen ist Silber, Reden ist Gold! Ganz im Gegensatz zu der volkstümlichen Weisheit "Reden ist Silber, Schweigen ist Gold!" ist es sinnvoller, sich in Sachen Sucht und Suchtmittel mit den Heranwachsenden auseinanderzusetzen. Diskussionen zwischen Eltern und Pubertierenden können mitunter schnell in hitzige Wortgefechte ausarten, insbesondere dann, wenn es um das brisante Thema Suchtmittel geht. Uns scheint es daher wichtig, Ihnen für diese Situationen einen kleinen Gesprächsleitfaden mit auf den Weg zu geben. Dabei beziehen wir uns im folgenden auf die Broschüre "Über Drogen reden!" von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

 

  1. Rufen Sie sich Ihre eigene Jugend ins Gedächtnis.
  2. Eine gute Gesprächssituation schaffen.
  3. Die eigenen Sorgen klar formulieren.
  4. Die Situation klären ohne Geständnisse zu erzwingen.
  5. Nicht provozieren lassen!
  6. Das eigene Konsum-/ Suchtverhalten offen ansprechen.
  7. Informationen einfließen lassen ohne ein "Expertengespräch" zu beginnen.
  8. Ein gemeinsames Ziel ansteuern.



Rufen Sie sich Ihre eigene Jugend ins Gedächtnis

Versetzen Sie sich in die Zeit Ihrer eigenen Jugend. Was haben Sie damals vor Ihren Eltern verheimlicht? Was haben Sie Ihren Eltern erzählt? Ihre Kinder werden sich sicherlich nicht anders verhalten. Tatsächlich fragen Jugendliche in der Phase der Pubertät in Sachen Liebe, Sexualität und Drogen zu 85% nicht etwa ihre Eltern oder andere Erwachsene, sondern Gleichaltrige. Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Pubertät" auf stern-online.de >>



Eine gute Gesprächssituation schaffen

Fragen, die uns auf der Seele liegen, lassen sich nicht zwischen Tür und Angel besprechen. Nehmen Sie sich Zeit und reden Sie miteinander, wenn alle Beteiligten entspannt und nicht "auf dem Sprung" sind. Setzen Sie sich möglichst ungezwungen zusammen, denn konfrontative Gespräche mit beiden Eltern auf der einen und dem Kind / Jugendlichen auf der anderen Seite können wie ein Verhör wirken.



Die eigenen Sorgen klar formulieren

Sprechen Sie offen von Ihren Sorgen um das Wohl Ihres Kindes, ohne Ihren Sohn / Ihre Tochter mit Verdächtigungen, Vermutungen und Unterstellungen zu "überfallen". Geben Sie Ihrem Kind keinen Anlass zum Lügen, um sich zu verteidigen oder um Ihre Befürchtungen zu zerstreuen.


Die Situation klären ohne Geständnisse zu erzwingen

Geben Sie sich nicht mit vorschnellen oder unklaren Aussagen zufrieden, wenn Sie Fragen an Ihr Kind haben. Erzwungene Geständnisse, die Ihr Kind zum "Schuldigen machen", bringen jedoch nichts.


Nicht provozieren lassen!

Jugendliche können ganz schön nerven - besonders ihre Eltern! Lassen Sie sich nicht aus dem Konzept bringen oder provozieren. Gerade bei einem Thema wie Suchtmittel ist ein kühler Kopf wichtig. Schließlich wollen Sie sich nicht mit Ihrem Kind streiten um Recht zu behalten, sondern gemeinsame Regeln für das Zusammenleben suchen. Lesen Sie dazu auch den Beitrag "Pubertät" auf stern-online.de >>


Das eigene Konsum-/ Suchtverhalten offen ansprechen

Wenn Sie nicht selbst darüber sprechen, wird es Ihr Kind tun. Sicherlich werden die meisten Eltern kaum Erfahrungen mit illegalen Suchtmitteln haben. Von daher ist es wichtig, den eigenen Umgang mit Alkohol, Tabak oder Medikamenten zu überdenken.


Informationen einfließen lassen ohne ein "Expertengespräch" zu beginnen

Sachkenntnis über die Zusammensetzung und Wirkung von Suchtmitteln und vor allem über die Risiken des Konsums sind wichtig. Damit können Sie wichtige Informationen an Ihr Kind weitergeben und zugleich das Gespräch auf einer sachlichen Ebene halten. Mit Ihrem Kind über Drogen zu "fachsimpeln" und gegenseitige Wissenslücken aufzuspüren, trägt jedoch nicht dazu bei, für das Thema Drogen eine gemeinsame Lösung zu finden. Jede Droge birgt ihre Risiken. Es macht keinen Sinn, sich darüber die Köpfe heiß zu reden, welcher Suchtstoff schlimmer, bzw. weniger schlimm ist.


Ein gemeinsames Ziel ansteuern

Mit einem einzigen Gespräch lässt sich keine umfassende Lösung des Problems Suchtmittelkonsum finden. Steuern Sie daher Teilziele an: Es ist schon ein großer Schritt, wenn Sie Ihren Standpunkt zum Thema Suchtmittel klar zum Ausdruck gebracht haben. Bleiben Sie im Gespräch mit Ihrem Kind, stellen Sie gemeinsame Regeln für das Verhalten zu Hause auf und bieten Sie Ihrem Kind bei bleibenden Problemen alternative Gesprächspartner an, z.B. in einer Beratungsstelle.

Tipp
: Wenn Sie selbst rauchen und bemerken, dass Ihr Kind dies ebenfalls tut, hören Sie doch einfach gemeinsam auf. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Ja ich werde rauchfrei
- Eine Kampagne der BZgA.


 

 

 

 

 

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