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| In diesem Sektor finden
Sie Erklärungen zu den Begriffen Sucht,
Suchtentstehung und
Suchtprävention.
Mit unserer Datenbank können
Sie sich einen Überblick über den aktuellen Stand der
Sucht- und Drogenproblematik verschaffen. Darüber hinaus
ist es möglich, die Adressen
aller Suchthilfeeinrichtungen im Lahn-Dill-Kreis abzufragen. |
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WHO
- Definition
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Sucht
und Abhängigkeit - Was ist das?
Wir orientieren uns an einem Suchtbegriff, der sowohl legale als auch
illegale Suchtstoffe und suchtstoffunabhängige Verhaltensweisen
berücksichtigt.
"Sucht wird verstanden
als das zwanghafte Verlangen nach bestimmten Substanzen oder Verhaltensweisen,
die Missempfindungen vorübergehend lindern und erwünschte
Empfindungen auslösen. Die Substanzen oder Verhaltensweisen werden
konsumiert bzw. beibehalten, obwohl negative Konsequenzen für
die betroffenene Person und für andere damit verbunden sind.
Sowohl der Konsum von psychoaktiven Substanzen wie Alkohol,
Tabak, Medikamente,
Heroin, Cannabis,
Ecstasy u.a. als auch Verhaltensweisen
wie Glücksspiel, Essen, Arbeiten, Fernsehen etc. können
zwanghafte Züge annehmen, die Suchtcharakter haben.
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Die Entwicklung
von Suchtverhalten ist ein komplexes Geschehen. Trotz
unterschiedlicher wissenschaftlicher Erklärungsansätze
besteht heute weitgehend Konsens darüber, dass die Entwicklung
von Suchtverhalten nicht monokausal sondern multikausal ist und
nicht linear verläuft, sondern sich in einem interaktiven
Prozess entwickelt. Dieser Prozess der Suchtentwicklung umfasst
unterschiedliche Phasen z.B. im Umgang mit psychoaktiven Substanzen. |
Die Übergänge von
Genuss, Konsum,
Missbrauch, Gewöhnung
und Abhängigkeit sind fließend,
bauen aber nicht zwingend aufeinander auf. Jedes individuelle Suchtverhalten
hat seine eigene Geschichte, in der individuelle und gesellschaftliche
Faktoren, suchtmittelunspezifische und suchtmittelspezifische, ihre
Bedeutung haben." (HLS/Manual
Suchtprävention Hessen 1/06.00)
Stoffgebundene Suchtformen sind immer von Intoxikation
(Vergiftung) begleitet. "Bei diesen Suchtformen, ist immer nach
drei Komponenten zu fragen:
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Nach der individuellen Grundstörung,
die eine Suchtentwicklung einleitete, hier denken wir z. B. an chronische
Schmerzzustände oder an bestimmte Konfliktsituationen.
-
Nach den psychopathologischen
Folgen der Suchtmitteleinnahme, hier denken wir insbesondere an
toxisch bedingte Veränderungen der Kritikfähigkeit oder
des Gedächtnisses.
-
Nach dem Grad der Suchthaltung
dem Leben gegenüber, also der Süchtigkeit, die eine psychologische
Eigengesetzlichkeit besitzt und stoffunabhängig ist.
Sucht ist in erster Linie ein psychisches Problem, mit in der Regel
bald auftretenden sekundären, körperlichen und sozialen
Folgen. Sucht ist gekennzeichnet durch einen eigengesetzlichen Ablauf
und durch den fortschreitenden Verlust freier Verhandlungsfähigkeit
und Kontrolle über das eigene Verhalten. Sucht liegt dann vor,
wenn eine prozesshafte Abfolge in sich gebundener Handlungen kritisch
geprüfte, sorgfältige und folgerichtig gesteuerte Handlungsabläufe
ersetzt. Sucht ist stets Krankheit."
(Klaus Wanke und Karl Ludwig Täschner, Rauschmittel, Stuttgart
1985, S. 13)
"Sucht ist ein unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten
Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes
untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit
und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen
des Individuums" (K. Wanke , in: Deutsche
Hauptstelle gegen die Suchtgefahren (Hrsg.). Süchtiges Verhalten,
1985, S. 20)
Die Weltgesundheitsorganisation
(WHO) hat Sucht 1957 folgendermaßen definiert: Sucht ist "ein
Zustand periodischer oder chronischer Vergiftung, hervorgerufen durch
den wiederholten Gebrauch einer natürlichen oder synthetischen
Droge und gekennzeichnet durch 4 Kriterien:
-
Ein unbezwingbares Verlangen
zur Einnahme und Beschaffung des Mittels,
-
eine Tendenz zur Dosissteigerung
(Toleranzerhöhung),
-
die psychische und meist auch
physische Abhängigkeit von der Wirkung der Droge,
-
die Schädlichkeit für
den einzelnen und/oder die Gesellschaft."
Nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation gilt jede Substanz
als Droge, die in einem lebenden Organismus Funktionen zu verändern
vermag. Dieser erweiterte Drogenbegriff erfasst nicht nur Cannabisprodukte,
Halluzinogene, Stimulantien, Schnüffelstoffe, Schlaf- und Beruhigungsmittel,
Alkohol, Tabakerzeugnisse, Schmerzmittel Opiate und Kokain. Er bezieht
sich auch auf Alltagsdrogen wie z.B. Kaffee und Tee und grenzt Drogen
einerseits sowie Genuss- und "Lebens"mittel andererseits
nicht mehr trennscharf voneinander ab (s.
Landesinstitut für Schule und Weiterbildung (Hrsg.): Sucht- und
Drogenvorbeugung in der Schule, Baustein 1: Konzeption zur Suchtvorbeugung
in der Schule, Soest,. 1988, S. 14).
"Sucht zeigt sich als latente Suchthaltung und als manifestes
süchtiges Verhalten. Süchtiges Verhalten mit Krankheitswert
liegt vor, wenn dieses nicht mehr angesichts einer Flucht- oder Unwohlsituation
eintritt, sondern zu einem eigendynamischen, zwanghaften Verhalten
wird, das sich selbst organisiert hat und sich rücksichtslos
beständig zu verwirklichen sucht. Suchthaltungen als Folgen von
mangelndem Selbstvertrauen und Minderwertigkeitsgefühlen, von
Verantwortungsscheu und Problemangst werden meist in Kindheit und
Jugend erlernt.
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