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Frauen & Sucht:

Die Zahl der von Sucht betroffenen Frauen ist in den letzten 20 Jahren ständig gestiegen. Um dieser Tendenz zu begegnen, sind frauenspezifische Angebote entwickelt worden, die inzwischen wichtige Bestandteile der heutigen Suchtarbeit sind.

Zunächst wurden die Unterschiede von Frauen und Männern bezüglich der Entstehung einer Abhängigkeit, der Wahl und des Umgangs mit Suchtmitteln untersucht:

  • Frauen zeigen eher gesellschaftlich unauffälligeres Suchtverhalten wie Medikamentenmissbrauch oder Ess-Störungen. Suchtmittelabhängige Mädchen und Frauen konsumieren häufig im privaten Umfeld bzw. ganz allein. Diese Neigung, das eigene Suchtverhalten möglichst lange zu verbergen, ist bei Frauen stark ausgeprägt und begünstigt die Chronifizierung der Abhängigkeit.

  • Frauen, insbesondere Mütter, die ihr Suchtverhalten in der Öffentlichkeit zeigen, werden gesellschaftlich stigmatisiert. Sie unterliegen qualitativ und quantitativ anderen Abwertungsprozessen als männliche Suchtkranke.

  • Mädchen werden immer noch dazu erzogen, eigene Bedürfnisse eher zurückzustellen und für die spätere Familie zuständig zu sein. Dies kann im Erwachsenenalter dazu führen, dass Frauen sich durch die gesellschaftlichen Verpflichtungen und Erwartungen als schön aussehende Frau, gute Mutter, erfolgreiche berufstätige Frau und verständnisvolle Partnerin überfordert fühlen.

  • Frauen als Angehörige von suchtkranken Familienangehörigen fühlen sich oft verantwortlich für die Suchterkrankung des Angehörigen und geben sich die Schuld an deren Entstehung. Während Partner suchtkranker Frauen das Problem öffentlich machen und sich vergleichsweise schnell trennen, versuchen Partnerinnen suchtkranker Männer die Auswirkungen aufzufangen, sind lange Zeit bemüht, den Alltag ohne Auffälligkeiten aufrecht zu erhalten und hoffen immer wieder, durch eigene Anstrengungen und Kontrolle den Partner zur Abstinenz bewegen zu können. Auch bei Müttern suchtkranker Kinder besteht die Gefahr, dass die Suchterkrankung zum zentralen und lebensbestimmenden Thema wird und sich eine Co-Abhängigkeit der Mütter entwickelt.

  • Das Körpererleben von Frauen spielt in der Entstehung und Behandlung der Abhängigkeit eine bedeutende Rolle. Mädchen und Frauen werden mit gesellschaftlichen Erwartungen von Schönsein und Schlanksein konfrontiert, was häufig zu einer eigenen Abwertung des Körpers führt. Mit ihrem Suchtverhalten versuchen Frauen ihr Körpergefühl zu verändern, um wieder bzw. weiter zu funktionieren. Frauen, die erfahren haben, dass ihre körperliche Integrität nicht geachtet worden ist, die körperliche und oder sexuelle Gewalt erfahren haben, sind in besonderem Maße gefährdet, eine Suchterkrankung zu entwickeln.

Vor diesem Hintergrund wurde deutlich, dass das Suchtverhalten von Frauen als Bewältigungsform für Problemlagen unterschiedlichster Art zu verstehen ist. Folgerichtig müssen zur Bearbeitung süchtigen Verhaltens von Frauen Behandlungskonzepte genutzt werden, die sowohl gesellschaftliche als auch individuelle Faktoren berücksichtigen.

Frauen der Beratungsstelle bieten für Frauen spezifische Beratungs- und Behandlungsformen an, die auf den Grundsätzen von Selbstbestimmung, Eigenverantwortung und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten der Klientinnen aufbauen.



 

Ihre Ansprechpartnerinnen:

Ingrid Müller
Dipl.-Pädagogin
Gestalt- und Familientherapeutin,
Klinische Hypnose (MEG)
Psychotherapie (HPG),
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeutin (PsychThG)

 

Suchthilfe Wetzlar e.V.
Jugend-, Drogen & Suchtberatungsstelle

Ernst-Leitz-Str. 50
35578 Wetzlar

Tel.: 0 64 41/ 2 10 29- 0
Fax.: 0 64 41/ 2 10 29- 79

E-Mail: mail@suchthilfe-wetzlar.de

 

 

Öffnungszeiten:
Montag und Donnerstag:
09.00 - 12.00 Uhr und 13.00 - 17.00 Uhr

Dienstag und Freitag:
09.00 - 12.00 Uhr

Mittwoch:
13.00 - 17.00 Uhr

weitere Termine nach Vereinbarung


 

 

 


 

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