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Tabakkonsum steigt


Die Erhöhung der Tabaksteuer hat die Rauchgewohnheiten im vergangenen Jahr nicht geändert - es wurde sogar mehr geraucht als im Jahr 2001. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden 2002 im Einzelhandel Tabakwaren in einem Gesamtwert von 23,3 Milliarden Euro versteuert, das sind 7,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Um rund ein Fünftel gestiegen ist der Verkauf von Zigarren und Zigarillos. 3.068 Millionen Stück mit einem Verkaufswert von 566 Millionen Euro haben Händler versteuert. Zigaretten wurden laut Statistischem Bundesamt dagegen nur knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr verkauft: 145,1 Milliarden Stück mit einem Verkaufswert von 21,6 Milliarden Euro.

Quelle: n-tv.de




Jedes zweite Kind lebt in einem Raucherhaushalt

In Deutschland wächst jedes zweite Kleinkind in einem Raucherhaushalt auf. Wie die Wissenschaftlerin Martina Pötschke-Langer vom Heidelberger Krebszentrums in einem Interview des Südwestfunks (SWR) sagte, könne man bereits "von einer Generation passiv rauchender Kinder" sprechen. Dabei bezieht sich die Expertin auf jüngste Untersuchungen, wonach in Deutschland aktuell 39 Prozent aller erwachsenen Männer und 31 Prozent aller Frauen Raucher/Innen sind. Besonders kritisch dabei sei der 20 - 30 prozentige Anteil an Raucherinnen, die auch während der Schwangerschaft rauchen.

Computer- und Internetnutzung

Für die meisten 12- bis 19-Jährigen gehört die Nutzung der neuen Medien fest zu ihrem Tagesablauf. Dies ist das Ergebnis einer Studie "Jim 2002" des medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, der seit 1998 die Mediennutzung und das Medienverhalten von Jugendlichen untersucht. Ca. 83 Prozent aller jugendlichen Internetnutzer bezeichnen sich selber als erfahren im Umgang mit dem Netz. Bei der Medienausstattung hat sich der Handy-Besitz enorm verstärkt. Nach den neuesten Ergebnissen besitzen rund 82 % der 12- bis 19- jährigen ein eigenes Handy.

Quelle: starke-eltern.de




Aktuelle Tendenzen:

  • der Alkoholkonsum geht insgesamt pro Kopf zurück;

    aber: viele Studien berichten von zunehmendem "binge drinking" (sich zusaufen) unter Jugendlichen;

  • der Heroinkonsum stagniert, die Zahl der erstauffälligen Konsumenten sinkt langsam;

    aber: in einigen Regionen finden wir genau entgegengesetzte Trends, so bei sehr jungen Heroinkonsumenten in Halle und Leipzig oder bei jugendlichen Aussiedlern in Nürnberg, Hannover oder Ostwestfalen;

  • der Ecstasykonsum stagniert;

    aber: von verschiedenen Szeneeinrichtungen wird über zunehmend sehr junge Partydrogenkonsumenten mit extremen Konsumverhalten ohne jedes Risikobewusstsein berichtet, also getreu nach dem Motto: "Alles einschmeißen, was turnt!",

  • der Gebrauch von Crack ist in der Gesamtstatistik sowohl der Drogenhilfe, wie auch der Polizei, noch immer sehr niedrig;

    aber: in Hamburg und Frankfurt am Main wird Crack-Konsum zu einem zunehmenden Konsummuster in der Drogenszene und zu einer erheblichen Herausforderung des Hilfesystems und seiner Mitarbeiter;

  • der überwiegende Teil der Cannabiskonsumenten bleibt Probierer und wächst mit Verantwortungsübernahme im Erwachsen werden aus diesem Verhalten heraus;

    aber: die Zahl der Cannabiskonsumenten, die nach Behandlung nachfragen, hat sich in den letzten Jahren verdoppelt und die Kinder- und Jugendpsychiatrien und Einrichtungen der Jugendhilfe berichten über zunehmend jüngere Konsumenten und exzessive Konsummuster. Es wird auch von psychotischen Ereignissen berichtet.

Quelle: Bundesdrogenbeauftragte


Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen

  • 81 - 83% der 12- bis 14-jährigen haben Erfahrungen mit Alkohol,

  • über 90% der 15- bis 16-jährigen haben Erfahrungen mit Alkohol,

  • 66% der Kinder und Jugendlichen machen erste Alkoholerfahrungen im Familienkreis,

  • 130.000 bis 300.000 der 12- bis 13-jährigen haben Rauscherfahrungen mit Alkohol,

  • 1,2 Millionen Jugendliche im Alter von 14 - 17 Jahren haben bereits Rauscherfahrungen mit Alkohol.

Quelle: Bundesdrogenbeauftragte



Nikotinkonsum bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

  • Der Anteil der 12- bis 17-jährigen RaucherInnen stieg in den Jahren 1993 - 1997 von 20 auf 28%,

  • 35% der 18- bis 59-jährigen rauchen, das sind knapp 17 Millionen Menschen,

  • Etwa 6 Millionen komsumieren mehr als 20 Zigaretten am Tag.

Quelle: BZgA

 

 

HaLT in Hessen Lahn Dill Kreis Suchthilfe

 

HaLT – Hart-am-LimiT! im Lahn-Dill-Kreis

Prävention und Frühintervention bei jugendlichen RauschtrinkerInnen im Lahn-Dill-Kreis

Im Lahn-Dill-Kreis wurden im Jahre 2009 im Klinikum Wetzlar 40 Jugendliche bis zum voll­endeten 18. Lebensjahr aufgrund Alkoholintoxikation stationär behandelt, im Klinikum in
Dillenburg waren es 29 Jugendliche.

Der Lahn-Dill-Kreis, vertreten durch den ersten Kreisbeigeordneten Herrn Hofmann und die Träger ambulanter Suchthilfeangebote im Lahn-Dill-Kreis (Diakonisches Werk Dillenburg-Herborn, Suchthilfe Wetzlar e.V.) wie auch die Gremien des Jugendhilfeausschusses des Lahn-Dill-Kreises und die Facharbeitsgemeinschaft Suchthilfe im Lahn-Dill-Kreis Fachebene des GpV) haben sich im Jahre 2010 darauf verständigt, dass im Lahn-Dill-Kreis die präventi­ven und helfenden Angebote für exzessiv trinkende Jugendliche weiterqualifiziert werden. Die Konzeption zur Umsetzung von HaLT wurde am 22.03.2011 im Jugendhilfeausschuss des Lahn-Dill-Kreises verabschiedet. Das Hessische Sozialministerium fördert das Projekt HaLT im Lahn-Dill-Kreis ideell und finanziell durch die Teilnahme des Lahn-Dill-Kreises an der Landesinitiative des Hessischen Sozialministeriums zur Prävention und Frühintervention bei jugendlichen Rauschtrinker­Innen.

Mit der Durchführung von HaLT werden grundsätzlich zwei Ziele verfolgt. Diese sind

  1. dem exzessivem Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen früh und präven­tiv zu begegnen;
  2. generell zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol zu sensibilisieren.

 

Mit diesem Ansatz werden sowohl gewalt- als auch suchtpräventive Ziele verfolgt.
Eine ebenso wichtige Aufgabe ist es, die Jugendlichen vor spezifischen Gefahren bei Trink­exzessen zu schützen. Dies betrifft unmittelbare Unfallrisiken (auch als Beifahrer im Straßen­verkehr), das Risiko von später bereuten Sexualkontakten und die gesundheitlichen und sozi­alen Folgen, die im Zusammenhang mit Trinkexzessen stehen. Sowohl im proaktiven als auch im reaktiven Ansatz werden die Eltern einbezogen, die motiviert werden sollen, auf der Grundlage eines entsprechenden Sachwissens mit ihren Kindern eindeutig über Alkohol zu sprechen und konsequent auf Trinkexzesse zu reagieren (vgl. auch Johannes Lindenmeyer, Simone Rost: Lieber schlau als blau - für Jugendliche).

Mit dem Konzept von HaLT werden reaktiv Jugendliche und ihre Familien durch Frühinter­vention nach exzessivem Alkoholkonsum unterstützt. Durch eine proaktiv wirkende, kommu­nal abgestimmte Alkoholprävention, wird auf die Verhinderung von Rauschtrinken im Vorfeld hingewirkt. Prävention und Frühintervention werden sowohl auf der Ebene des proakti­ven als auch auf der Ebene des reaktiven Handelns in vorhandenen und weiter auszubauenden Netzwerkstrukturen realisiert. Das reaktive Angebot für Jugendliche und deren Familien ist eine niedrigschwellige, zeitlich begrenzte Frühintervention

Proaktives Handeln gemäß HaLT

Ziel proaktiven Handelns ist die Sensibilisierung Jugendlicher und Erwachsener im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol. Dies kann beispielsweise in Informati­onsstunden mit Checklisten auf Schulfesten und Jugendveranstaltungen geschehen. In der Gastronomie, im Einzelhandel und bei öffentlichen Veranstaltungen wirken die Kooperati­onspartner auf eine konsequente Umsetzung des Jugendschutzes hin. Um proaktiv nachhaltig zu wirken, soll mithilfe der Kooperation der verantwortlich handelnden kommunalen Akteure (Städte und Gemeinden, Ärzte, Polizei, Sicherheitsdienste, Vereine, Schulen, Jugendhilfe, Suchthilfe, öffentliches Gesundheitswesen, Einzelhandel, Gastronomie etc.) ein verantwor­tungsbewusster Umgang mit Alkohol als sozialer Konsens etabliert werden. Die Einhaltung des Jugendschutzes wird selbstverständlich, ohne Alkohol zum Tabu zu erklären.

Die landkreisbezogene Steuerungsgruppe mit VertreterInnen von Kommunen, Polizei, Fest­veranstaltern, Jugendarbeit, Schulen, Diskotheken, Einzelhandel etc. wurde am 22.08.2011 gegründet. Sie einigt sich auf ein Maßnahmepaket, das von den jeweiligen Akteuren in ihrem
jeweiligen Umfeld mit den Partnern vor Ort umgesetzt wird.

Mit der regionalen Koordination der Umsetzung von HaLT hat der Lahn-Dill-Kreis die Fachstelle für Suchtprävention der Suchthilfe Wetzlar e.V. beauftragt.

Reaktives Handeln gemäß HaLT

Es wird angestrebt, dass mit Unterstützung des Lahn-Dill-Kreises eine vertraglich vereinbarte Kooperation zwischen den Lahn-Dill-Kliniken und den ambulanten Suchthilfeeinrichtungen etabliert wird. Ziel ist, dass das ärztliche- und pflegerische Personal der Kliniken für die Thematik sensibilisiert wird und dieses die Ansprache der stationär behandelten Zielgruppen inkl. der Personensorgeberechtigten durchführt, sodass diese am nächst möglichen Werktag ein Bera­tungsangebot gemäß HaLT in den Suchthilfeeinrichtungen in Dillenburg oder Wetzlar wahr­nehmen können.

Die Durchführung der reaktiven HaLT - Bausteine und weitergehende Unterstützungsange­bote für diese Zielgruppen wird von den Suchthilfeeinrichtungen in Dillenburg und Wetzlar mit den vorhandenen personellen Ressourcen geleistet.

 

 



 

 





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